Es geht endlich weiter!

Ab heute erscheint nun jeden Tag einer neuer Bericht von unserer ersten Radreise – von Rom nach Sizilien, mit unseren Kindern, 1000km, mit Workaways auf dem Weg, Ätnabesteigung, Fahrradtour am Strand & durch die Berge, Zelten in der Natur, und mit vielen anderen Erlebnissen und kleinen Abenteuern.

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Frei-lernen und Frei-leben

Wir sind eine 4 köpfige Familie, die zur Zeit in einer Jurte wohnt, ihr Leben so frei wie möglich gestalten will und auf der Suche nach Abenteuern ist.

Wir versuchen einen bewussten
und nachhaltigen Lebensstil in allen Bereichen zu pflegen. Besonders
wichtig ist uns eine gleichberechtigte und respektvolle Beziehung zu
unseren Kindern, sowie ein harmonischer Umgang mit unserer Umwelt und unsere persönliche spirituelle Entwicklung.

Wenn ihr Interesse an freiem Leben, Konsumverzicht, freiem Lernen, Leben in der Jurte, Leben mit Kindern, Gesundheit (wie Ernährung, Naturheilkunde) habt, seid ihr bei uns genau richtig.

Wir wollen hier von unseren Erfahrungen berichten und euch daran teilhaben lassen, damit auch ihr euch evtl. etwas davon zu Nutze machen könnt.

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Teil 8: Unser erstes Workaway und noch eine komplizierte Bahnfahrt

Bahn fahren mit Fahrrädern in Italien ist schon ein wenig schwierig – denn oft gibt es keine Aufzüge zu den Gleisen oder für unsere Fahrräder zu kleine. Und auch wenn angezeigt ist, dass eine Bahn Kapazität hat um Fahrräder mitzunehmen, kann es sein, dass es plötzlich doch keinen Fahrradwagen oder ähliches gibt. Und auch wo der Fahrradwagen sein würde, kann einem keiner sagen. So muss man sich darauf vorbereiten schnell das ganze Gleis samt Rädern und Gepäck abzulaufen. Aber zum Glück sind die meisten Italiener sehr hilfsbereit und freundlich. So durften wir in allen Bahnen mitfahren, obwohl es keinen vorgesehenen Weiterlesen

Teil 7: komplizierte Bahnfahrt und großes Gewitter in Pompeji

Wir starteten am Morgen in Pozzouli nach dem Schwimmen im Thermalbad des Campingplatzes, auf dem wir nach einem aufregenden Tag vorbei an vielen vielen Straßenhunden und durch arme vermüllte Gegenden glücklicherweise noch gelandet waren. Wir wollten an diesem Tag bis nach Pompeji kommen, jedoch teilweise mit der Bahn, weil wir nicht durch Neapel auf großen vollen Straßen fahren wollten. Aber wir wollten gerne auch noch einen Teil mit dem Fahrrad fahren. So kamen wir dann gegen Mittag am Bahnhof am Rande von Neapel an. Da es Sonntag war, saß niemand am Bahnschalter. Und leider gab es auch keine Aufzüge, um unsere Fahrräder zu den Bahngleisen zu bekommen. Stattdessen ging es ersteinmal eine längere Treppe hintunter in einen Gang und dann wieder hinauf. Das Ticket am Automat zu kaufen und herauszufinden welche Bahn Fahrräder mitnimmt, war auch gar nicht so einfach. Aber irgendwann fanden wir heraus wie und wann wir fahren können. Wir hatten ca. eine ¾ Stunde um unsere Fahrräder zum richtigen Gleis zu bekommen. Zusammen trugen „Der Blühende“ und ich erst das eine Fahrrad hinunter und dann das andere. Kurz bevor wir das erste Fahrrad die nächste Treppe wieder hinauftragen wollten, sagte und ein Bahnmitarbeiter, dass auf diesem Gleis keine Bahnen fahren. Er zeigte uns, wo die Bahn nach Pompeji abfährt. Als wir oben waren, stellte sich heraus, dass diese Bahn sehr klein ist und eigentlich keine Fahrräder mitnimmt. Wir sollten auf den Zugchef warten. Also warteten wir und hofften das Beste. Denn falls uns diese Bahn nicht mitnehmen sollte, würden wir an diesem Tag nicht mehr mit der Bahn nach Pompeji kommen und in dieser Gegend würden wir auch keinen Schlafplatz in der Natur finden, da wir schon in der Stadt waren. Und auch mit den Fahrrädern hätten wir vor Einbruch der Dunkelheit keinen Schlafplatz mehr gefunden und hätten dann bestimmt noch über 30 km vor uns, um aus der Stadt heraus zu kommen.

Also konnten wir nur hoffen.

Und wir hatten Glück! Der Zugführer lief den ganzen Zug ab und fand einen kleinen Platz für uns, damit wir mit fahren konnten. Wir waren so froh!

Das Aussteigen in Pompeji war dann noch etwas aufregend, denn wir hatten 3 Einzelteile herauszubringen: 2 Fahrräder und einen abgekoppelten Anhänger. Der Zug war voll und es wollten viele Leute einsteigen. Freundlicherweise half uns ganz spontan jemand, der ebenfalls ausstieg und sah, dass wir Hilfe brauchten. Denn die Menschen draußen machten keinen Platz für uns und wollten bevor alle draußen waren gleich in den Zug hinein.

Da wir uns Pompeji in Ruhe ansehen wollten, fuhren wir auch an diesem Abend auf einen Campingplatz.

Dort suchten wir uns einen schönen Platz zwischen Orangenbäumen aus und hatten einen gemütlichen Abend.

Die Nacht jedoch wurde sehr ungemütlich. Irgendwann hörte ich, dass es regnete. Der Regen prasselte laut auf unser Zelt und dann sahen wir Blitze und hörten es Donnern. Anfangs machten wir uns keine Gedanken und versuchten weiter zu schlafen. Aber es hörte nicht mehr auf. Es schüttete wie aus Eimern und das Gewitter kam näher – es war direkt bei uns. Langsam bekamen wir Angst in unserem Zelt. Und plötzlich krachte es gleichzeitig mit dem Blitz. Wir schnappten unsere Kinder und liefen zum Waschhaus, weil wir glaubten, dass es sicherer sei in einem festen Haus. Die Straße war eine einzige riesige Pfütze und wir waren sobald wir aus dem Zelt kamen klitschnass. Wir rannten so schnell wir konnten mit unseren Kindern auf dem Arm zum Waschhaus. Währenddessen krachte es noch mehrere Male ganz dicht bei uns.

Als wir im Waschhaus ankamen fühlten wir uns schon etwas sicherer. Wir waren erstaunt darüber, dass es hier in Italien so viel regnete und dass die gesamte Straße eine einzige große Pfütze war.

Wir warteten darauf, dass das Gewitter weiter weg zog und liefen zurück ins Zelt. Nach einiger Zeit kam das Gewitter wieder näher. Und ich betete in dieser Nacht, dass wir alle noch am nächsten Tag leben würden – „der Blühende“ und ich hatten in dieser Nacht wirklich große Angst. So viele Einschläge so nah bei uns hatten wir noch nicht erlebt…

Ich war sehr glücklich als wir am nächsten Morgen aufwachten

und nichts geschehen war. Es war spannend dass auch am nächsten Tag noch die Straßen von Pompeji „überschwemmt“ waren. An diesem regnerischen Tag sahen wir uns ein wenig die verschüttete Stadt an. Als es Dunkel wurde und „Der Blühende“ kurz einkaufen gefahren war, begann es wieder aus Eimern an zu regnen

und es begann auch wieder zu Gewittern.

 

Ich verließ mit den Kindern gleich das Zelt und lief mit ihnen zur Rezeption, denn ich wollte nicht noch eine Nacht bei Gewitter im Zelt schlafen. So erfragte ich den Preis nach einer Unterkunft in einem Haus und wartete darauf, dass mein Mann zurück kam und uns fand.

Nach einiger Zeit kam er zurück -pitschnass. Es war aufregend, wenn während des Gewitters zwischendurch das Licht ausging. „Der Blühende“ berichtete, dass die ganze Stadt kurzzeitig kein Licht mehr hatte.

„Der Blühende“ und ich stritten uns, ob wir in ein Haus gehen würden oder nicht. Er verstand meine Angst nicht und glaubte, dass das Gewitter gleich vorbei sei.

Aber nach einiger Zeit, war es für ihn in Ordnung die Unterkunft im Haus zu nehmen.

dav

Und wir machten uns dann in dieser Unterkunft noch einen schönen entspannten Abend und trockneten all unsere nass gewordenen Kleidungsstücke.

Da es die ganze Woche über weiter regnen sollte, beschlossen wir mit der Bahn von Pompeji aus zu unserer Workaway-Unterkunft zu fahren.

So brachen wir am nächsten Morgen früh auf und fuhren über „überschwemmte“ Straßen zur Bahnhaltestation.

Wie unsere Bahnreise und unsere erste Bergfahrt zur Workaway-Unterkunft im Cilento Nationalpark war, erfahrt ihr im nächsten Beitrag 🙂

 

(Auch diese Tage waren zu spannend für Bilder 😉 )

 

Teil 6: Konfrontation mit Straßenhunden und Müll

Am nächsten Morgen bauten wir so schnell es ging das Zelt ab, damit keiner sieht, dass wir hier gezeltet haben. Während wir am frühstücken waren kam in unsere Richtung ein kleiner Straßenhund, aber als er uns sah, drehte er sich schnell um und lief weg.

An diesem Morgen kamen wir das erste Mal sehr früh los. Denn wir waren als Familie (ohne Robert) ein gut eingespieltes Team und hielten uns nicht lange mit Gesprächen über Sorgen oder Pläne für die Zukunft auf.

Als wir losfuhren hatte ich ein wenig „Angst“ auf der Straße weiteren Straßenhunden zu begegnen. Aber wir hatten ersteinmal Glück. Nach 5 Minuten Fahrt rief uns eine freundliche Frau hinterher ob wir einen Cappucchino in ihrer Bar trinken wollten. Da mussten wir an Robert denken, der jeden Morgen nach einer Möglichkeit Cappucchino zu trinken Ausschau gehalten hatte. Und nun am ersten Tag ohne ihn hätten wir das erste Mal ganz unkompliziert einen bekommen können.

Wir fuhren noch ein bisschen auf wenig bis gar nicht befahrenen Straßen. Wir fuhren an zwei Straßenhunden vorbei, die

Aber nach einer Weile mussten wir wieder auf die große Hauptstraße. Die Hauptstraßen sind zwar nicht schön zu fahren, aber es gibt so gut wie immer einen breiten Seitenstreifen. Auf der Straße trafen wir auf sehr viel Müll am Straßenrand und tatsächlich trafen wir nun auf Frauen die am Straßenrand neben dem ganzen Müll saßen.

Nach einer kurzen Zeit sah ich, dass wir auf einen recht großen Hund zu fuhren, der am Straßenrand lag. Ich fuhr als erste und hatte die Hoffnung, dass wir einfach an ihm vorbei fahren konnten. Ich konnte an ihm vorbei fahren, jedoch lief er mir bellend ein Stück hinterher, dann sah er „Den Blühenden“ und kam zähnefletschend auf ihn zu. „Der Blühende“ dem ich am Abend vorher erzhälte, man sollte nicht vor Hunden wegrennen, sondern, dass man sich ihnen stellen musste, weil sie ansonsten hinterherliefen und im Vorteil seien, hielt an, schrie den Hund an und holte den großen Stock hervor. Der Hund bekam gleich Angst und wich aus.

Ich hatte ein wenig Angst, dass „Dem Blühenden“ etwas passiert sein könnte, weil ich ihn so laut schreien hörte. Also hielt ich an und sah mich um. Da war „der Blühende“ schon auf dem Weg zu mir und berichtete mir was geschehen war.

Seitdem hat er seine Angst vor fremden Hunden verloren.

Bald konnten wir auch wieder von der großen Stadt runter und fuhren in ein kleines armes Städtchen namens Mondragone. Hier kauften wir etwas zu Essen und fanden schon sehr früh einen schönen Platz am Strand zum Schlafen.

 

 

 

 

 

Wir genossen es so früh schon am Strand an einem Schlafplatz zu sein und die Kinder bauten zusammen mit dem „Blühenden“ eine riesige Sandburg.

Auch in Mondragone sahen wir Straßenhunde herumlaufen. Und in der Nacht konnte ich wieder nicht so gut schlafen, weil sie sehr viele Hunde bellen und knurren gehört habe, es hörte sich nach miteinander kämpfenden Straßenhunden an.

Am nächsten Morgen frühstückten wir dort an der Strandpromenade und sahen die Einwohner ganz entspannt an den vielen Straßenhunden vorbei laufen. Das zu sehen entspannte auch uns noch mehr.

Ich fand die Gegend nun jedoch sehr unbehaglich und hatte das Gefühl bestätigt zu sehen, was uns der Radfahrer fast eine Woche zuvor erzählt hatte. Ich wollte nicht mehr in dieser Gegend fahren, ich fühlte mich hier in der Nacht unwohl. Ich wollte gerne ein Stück mit der Bahn fahren – am Liebsten von hier bis nach Pompeji und von dort wieder in die Bahn weiter in den Cilento Nationalpark, wo wir als Workawayer zwei Wochen auf einem Hof mitarbeiten wollten und im Gegenzug in einem Zimmer im Haus schlafen können und mitessen können würden.

Darüber dachte ich schon seit dem Tag an dem wir Robert verabschiedetet hatten nach. „Der Blühende“ wollte aber gerne weiter fahren, er wollte sich selbst ein Bild von der Gegend machen, er wollte nicht unsere Fahrrad-Reise abbrechen und vor allem wussten wir auch nicht, ob wir mit 2 Fahrrädern, 9 Gepäcktaschen, einem Anhänger und einem Fahrradkindersitz überhaupt mit der Bahn fahren konnten. Wir hatten beide Bedenken einen Weg zur Bahn auf uns zu nehmen und am Ende dort zu stehen, nicht in die Bahn zu kommen, und dann an einem Ort zu sein, wo wir keinen guten Schlafplatz finden würden.

Wir entschieden beide erst einmal weiter zu fahren. Denn unsere Route sollte zu einer Bahnhaltestelle führen. In der Nähe von der Haltestelle wollten wir dann übernachten und gleich am nächsten Morgen versuchen in die Bahn zu kommen.

Unser Weg führte uns anfangs durch kleine Sträßchen bzw. Feldwege, wo wir auch wieder Straßenhunden begegneten. Dann führte der Weg wieder an der großen Straße entlang von der wir aber schnell wieder herunter wollten und zum Glück auch konnten. Denn es ist auch trotz des breiten Seitenstreifens auf einer vel befahrenen Hauptstraße schon sehr aufregend – wenn die Lkws an einem vorbei rasen. Und gelegentlich, so wie an diesem Tag, fuhren LKWs oder Autos auf den Seitenstreifen ganz dicht an uns vorbei.

Dann fuhren wir durch eine sehr arme Gegend. Links und rechts standen überalle leere und teilweise kaputte Häuser. Wir sahen eine Weile gar keine Menschen. Und in mitten dieser verlassenen Gegend trafen wir irgendwann dann auf ein paar Menschen in der Nähe von einem kleinen Einkaufslädchen. Da wir nicht wussten, wann wir wieder an einem geöffneten Laden vorbei kommen würden, hielten wir dort und kauften dort ein. Am Anfang war uns ganz komisch durch diese Gegend zu fahren, aber in dem Moment als wir hielten, die Menschen wirklich sahen und wir angelächelt wurden, verschwand unsere Angespanntheit und unser komisches Gefühl.

Nachdem wir wieder eine Weile weiter gefahren waren, zwischendurch auch wieder auf größeren belebten Straßen gefahren waren, fuhren wir irgendwann durch ein Städtchen, in dem der Großteil der Bevölkerung afro-amerikanischer Herkunft war, sodass ein ganz anderes Stadtbild entstand.

Wir fühlten uns an diesem Tag sehr sportlich und wollten gerne viel Strecke schaffen. So fuhren wir an der ersten Gegend, wo vielleicht eine Übernachtung möglich gewesen wäre vorbei. Dort war ein großer Park voll mit Pinien. Es war schön daran vorbei zu fahren, und den Pinienwald zu riechen. Der Rand des Waldes der an den Bürgersteig grenzte war jedoch umgeben von einem sehr hohen Zaun – wahrscheinlich damit dort kein Müll drin landet.

Wir fuhren also weiter. Und fuhren bald an einer Straße vorbei, an der alle 10m Prostituierte am Straßenrand standen. Es war ein komisches Gefühl an ihnen vorbei zu fahren.

Etwas weiter davon entfernt fuhren ein CarabinieriAuto an uns vorbei und hielt an. Wir fragten uns schon, was der Grund für ihr Anhalten war. Als wir dann erneut an diesem vorbei fuhren, sahen wir, dass sie uns filmten und uns zulachten.

Wir hatten auf unserer Reise schon ein paar Mal erlebt, dass Fahrradfahrer oder Autos vorfuhren um uns filmen zu können. Aber es war sehr lustig, dass uns nun Carabinieri filmten.

Wir schauten auf Google Maps nach dem Weg in die Nähe der Bahnhaltestation und kamen wieder in eine ärmere Stadt. Wir fuhren mitten in eine kleine Siedlung – weg von der größeren Hauptstraße – mit kleinen Gassen, Feld und Schotterwegen. Google Maps wollte uns durch einen Pferdehof schicken, wo uns die Hofhunde anbellten und wo die Pferde abgemagert und in kleinen Container-Boxen standen. Und aus dem Wald durch den wir fahren wollten um an den Strand zu einem Schlafplatz zu kommen,hörten wir eine Meute Hunde bellen und knurren.

Ich wollte nicht an den bellenden Hofhunden vorbei und machte mir Sorgen wo wir schlafen sollten. Denn viel Zeit bis zum Sonnenuntergang hatten wir nicht mehr. Und die Straße schien keine öffentliche Straße zu sein, sondern durch diesen privaten Pferdehof zu führen. Also entschieden wir einen anderen Weg Richtung Strand zu suchen. Die nchste Straße, die uns zm Strand führen sollte war wieder ein Feldweg und wurde als „strada privata“ gekennzeichnet. Ich hielt es nicht für eine gute Idee diese Straße auzuprobieren. Und ich wurde immer besorgter. Ich fühlte mich unwohl in dieser Gegend. Man hörte auch Schüsse – wahrscheinlich schoss irgednwer Vögel ab. Überall begegneten uns bellende Straßenhunde. Wir fanden keinen Weg zum Strand, um einen Schlafplatz zu finden. Und es schien als würde die Bahn hier überhaupt gar nicht mehr fahren, denn es gab kein Anzeichen von einer Bahnhaltestelle und auf dem Weg bis zum Pferdehof überquerten wir auf einem Feldweg Bahnschienen, die auch nicht mit einer Schranke versehen waren. Als wir mit unserem Handy nachschauten, wann dort Bahnen fahren sollten, bekamen wir kein Ergebniss.

Ich bekam Angst. Denn ich hatte keine Idee wie wir und wo wir noch einen Schlafplatz finden sollten bevor es Dunkel ist. Und in der Dunkelheit wollte ich noch weniger in dieser Gegend hier sein. Ich brach in Tränen aus, denn schon die letzten Nächte und Tage waren so aufregend und spannend gewesen. Ich weinte und weinte mir meine Angst von der Seele, ich sprach all meine Ängste und Sorgen aus, und wurde von „Der Blühende“ fest im Arm gehalten. Kurz vorher hatten wir uns noch darüber gestritten, dass meine Sorgen unangebracht waren in dieser Situation- da fühlte ich mich so alleine. Nun aber fühlte ich mich angenommen und gehalten. Es war ein gutes Gefühl von meinem Mann getröstet zu werden. Ich faste wieder neuen Mut. Und „Der Blühende“ versprach mir, dass er uns schnell aus der Gegend herausführt und wir in der nächst größeren Stadt nach einem Campingplatz oder ähnlichem Ausschau hielten – oder wir würden notfalls in dieser Stadt die andere Bahnlinie ansteuern, wo wir auch Abfahrtszeiten von Zügen fanden, und würden an der Bahnhaltestelle die Nacht verbringen. Mit beiden Lösungen war ich einverstanden und wir stiegen auf das Fahrrad, fuhren vorbei an den letzten Straßenhunden in dieser Gegend und schoben einen wirklich steilen Berg hinauf. Es begann zu dämmern, wir hatten eine richtig lange Tour ohne Pause hinter uns, und hatten noch nicht viel gegessen. Ich war am Ende

meiner Kräfte, aber ich schob weiter. Oben angekommen wurden wir mit einer wunderschönen Aussicht belohnt.

Trafen auf freundliche Italienier, die fragten woher wir kamen. Nach dem Genuss dieser Aussicht fuhren wir weiter und lasen nach kurzer Fahrt auf der rechten Seite ein Schild auf dem „Agriturismo“ stand. Wir hielten an, weil wir dachten dort könnte man vielleicht schlafen. Wir fuhren auf den Hof, aber nirgens stand ein Schild, was uns offenbarte, ob man hier schlafen könnte. Da kam uns zum Glück jemand aus diesem Haus entgegen und sagte uns dass wir hier campen

könnten für 30 euro die Nacht. Wir waren glüclich so schnell noch etwas gefunden zu haben, denn um diese Jahreszeit war fast alles geschlossen, und wollten dort trotz des recht hohen Preises schlafen. Wir waren alle sehr glücklich nun dort zu sein. Und wir wurden noch mit einem heißen Thermalbad auf diesem Agriturismo belohnt. Ein heißes Bad zu nehmen, war das erste, was wir machten. Und wir genossen es nun dort zu sein. So ging dieser aufregender Tag dann noch sehr entspannt vorbei.

 

(Leider war der Tag zu aufregend um viele Fotos zu machen)

Teil 5: Roberts Abschied & erste Nacht „alleine“

Die nächste Strecke führte uns ein wenig bergauf und durch mehrere Tunnel hindurch. Das war ganz schön aufregend, denn wir befanden uns auch auf einer größeren Straße, wo ab und zu auch mal ein LKW vorbei fuhr. Aber das Fahren machte Spaß und wir wurden mit gutem Wetter und einer schönen Aussicht belohnt.

Wir kamen gegen halb 4 bei der nächsten Eisdiele an und wussten noch nicht wo wir schlafen werden. Da die Kinder schon die ganze Zeit nach einem „Gelatto“ verlangten aßen wir ersteinmal ein leckeres Eis und machten uns danach schnell auf den Weg, denn es wurde dunkler. Robert suchte eine Touristeninformation, um einen Schlafplatz auf einem Campingplatz zu finden. Ihm wurde dort jedoch mitgeteilt, dass alle Campingplätze geschlossen seien. Wir machten aus, dass Robert noch bei der Touristeninformation versucht mehr herauszufinden und dass wir die Straße einfach weiter fuhren, denn er würde uns schnell eingeholt haben. In Terraccina, die Stadt durch die wir durchfuhren, war richtig was los. Denn es war Halloween, alle waren verkleidet und gingen von Laden zu Laden. Wir fuhren ein ganzes Stück weiter, kamen auf eine Straße, die aus der Stadt wieder herausführte. Es war eine kurvige, enge, nicht beleuchtete Straße mit einer leichten Steigung. Wir fuhren einfach weiter und blieben an der nächsten Möglichkeit stehen: ein geschlossener Campingplatz. Es war nun richtig dunkel. Auf dieser Straße zu fahren war nicht schön, denn die Busse fuhren sehr knapp und recht schnell an uns vorbei. Auch unsere Rücklichter waren noch n

Dank der unnützen Fahrt im dunkeln bekamen wir noch eine schöne Ansicht auf diesen Berg.

icht angeschlossen, weil wir eigentlich nie im Dunkeln fahren wollten… Wir riefen Robert an. Sein Akku war fast leer. Er sagte, er hat ein Bed and Breakfast in der Stadt gefunden. Wir sollten wieder zurück kommen.

Daraufhin drehten wir um, und fuhren so schnell es ging runter von dieser dunklen Straße.

Wir freuten uns als wir Robert trafen, das Bed and Breakfast fanden und auch jemand kam um uns herein zu lassen. Robert wollte gerne noch mit uns Essen gehen, deswegen brachten wir nur schnell unsere Sachen ins Zimmer und suchten dann nach einem netten Restaurant. Es war schön durch so eine belebte Stadt zu gehen und die frölichen Menschen, die Halloween feierten zu sehen.

Nach dem leckeren Essen im Restaurant gingen wir zurück ins B&B und unterhielten uns noch länger mit Robert, während die Kinder schon längst schliefen.

Robert wollte mit uns reden, wie wir die Reise weiter angehen wollten, um nicht nocheinmal in so eine doofe Situation wie an diesem Abend zu kommen: mitten in einer Stadt im Dunkeln und ohne Schlafplatz. Oder wie wir vermeiden könnten, auf große mit LKWs befahrene Straßen zu kommen. Er machte sich viele Sorgen um uns. Auch für uns war es aufregend, denn es war für uns als Familie auch die erste Reise, aber wir hatten nicht so viele Sorgen und mehr Vertrauen und würden ohne ihn manche Dinge ganz anders angehen.

Am nächsten Morgen brachen wir nach einem kleinen Einkauf und einem Frühstück

Am Berg sieht einen Tunnel

am Strand auf. Die Strasse, die Abends noch so unangenehm zu befahren war , bot uns nun eine schöne Aussicht auf eine Bucht und viele kleine Berge auf der anderen Seite. Heute führte uns der Weg durch ein paar enge Tunnel. Das war ganz schön aufregend.

Wir fanden diesmal recht früh einen Schlafplatz am Strand, direkt vor einer geschlossenen Strandhütte. Hier stand schon wieder Bar an Bar, aber der Strand war trotzdem öffentlich. Da die Saison schon vorbei war, waren so gut wie alle Bars geschlossen, was wirklich gut für uns war.

Auf der anderen Straßenseite gab es sogar ein kleines Lädchen, wo wir Wasser und noch eine Kleinigkeit zum Abendessen bekamen. Wir machten es uns schön gemütlich und aßen auf einer kleinen Terrasse gleich am Strand neben unserem Zelt.

Am nächsten Morgen hatten wir einen anstregenderen Weg vor uns, denn es ging das erste mal wirklich steil einn gutes Stück bergauf, aber es klappte recht gut. Das sollte Roberts letzter Tag mit uns werden und deswegen wollte er uns gerne noch auf ein Eis

Ein Abschiedsfoto

einladen So fuhren wir einfach bis zur nächsten am Meer gelegenen Stadt. Die nächste Bahnhaltestelle zu der Robert wollte, lag nämlich auf unserem Weg. In der nächsten Stadt, Gaeta, fanden wir nur eine Pasticcheria, wo wir dann leckeres Gebäck anstatt des geplanten Eises aßen. Dann fuhren wir noch ein Stück hinter Gaeta und verabschiedeten unseren lieben 5. Begleiter. Es war ein schwerer Abschied. Besonders für „Die das Wasser liebt“. Erst eine Stunde später wurde ihr klar, was der Abschied bedeutete und sie weinte daraufhin ziemlich lange.

Wir fuhren nun ersteinmal eine Weile auf einer größeren Straße durch kleinere Städtchen.

Irgendwann kamen wir raus aus dem bebauten Gebiet rein in ein„grünes“ Gebiet an eine ruhige Straße in Strandnähe. Die Gegend sah etwas verlassen aus ,ab und an sah man kaputte Häuser. Am Strand lag mehr Müll. Hier haben wir das erste mal schwarzen Sand gesehen. Und wir kamen an den ersten Straßenhunden vorbei. Wir fanden in der Dämmerung einen Platz am Strand zum Schlafen. Aber die Straßenhunde haben uns schon ein wenig Angst gemacht. „Der Blühende“ suchte sich daraufhin einen dicken Stock für den Notfall.

Ich konnte in dieser Nacht jedoch nicht gut schlafen. Ich fühlte mich ohne Robert nicht mehr so sicher und die Gegend mit den Straßenhunden waren mir nicht so behaglich. Da wir auch recht nah an Gebäuden schliefen, machte ich mir auch Sorgen, dass jemand vorbei kommen könnte, evtl. die Fahrräder klauen würde…..

Teil 4: Juhu, die Reise geht weiter, aber mit Verunsicherungen…

Am nächsten Morgen wollten wir den Campingplatz früh verlassen, doch wir kamen nicht wirklich früh los, weil uns einige Sachen aufhielten: Spielplatz mit den Kindern, Roberts gemütlicher Capucchino, Gespräche mit Robert über eine bessere Planunng der weiteren Reise…..

„Dr Blühende“ und ich packten alles zusammen. Obwohl wir schon gegen 7 Uhr früh aufgewacht sind und wir nicht richtig gefrühstückt haben, sind wir erst gegen 11 Uhr losgekommen. Ich war ganz schön aufgeregt, das erste Mal mit vollem Gepäck und einem Kind im Anhänger zu fahren. Auf dem Campingplatzgelände probierte ich mich noch ein wenig aus und fühlte mich recht gut dabei.

Draußen vor dem Campingplatz trafen wir dann noch drei deutsche Radfahrer, die von Rom nach Neapel und wieder zurück gefahren sind. Einer der Radfahrer ist auch schon den Weg nach Sizilien gefahren und ist auch schon in Sizilien selbst gefahren. Er sagte uns, dass die Gegend kurz vor Neapel bis nach Sizilien nicht mehr schön sei. Die Gegend sei arm, überall läge Müll und Frauen Weiterlesen

Teil 3: Wie fahren wir weiter? oder Müssen wir die Tour abbrechen?

Am letzten Tag stellte sich heraus, dass ich ganz schöne Probleme mit dem beladenen Fahrrad hatte – besonders wenn ein Kind hinten im Kindersitz saß. Deswegen beschlossen wir, dass „Der Blühende“s Vater Robert auch an diesem Tag wieder mein voll beladenes Fahrrad nehmen wird und ich sein Fahrrad mit nur einem Gepäckstück. Wir wollten an diesem Tag einfach ein paar Kilometer machen und am Ende an einem Campingplatz am Meer ankommen, wo wir ersteinmal für 2 Nächte bleiben, damit ich in Ruhe üben kann mit dem Fahrrad zu fahren oder um eine andere Lösung zu finden.

Ich versuchte meine schlechten Gedanken beiseite zu schieben. Denn gelegentlich war ich entmutigt und fragte mich, ob wir die Tour mit dem Fahrrad überhaupt machen können. Ich hatte nicht mehr viel Vertrauen in meine Fahrradfahrkünste mit einem Fahrrad voller Gepäck.. Aber ich hoffte, dass wir eine Lösung finden würden und somit fuhren wir ersteinmal weiter… Weiterlesen

Teil 2: Rom, erster Versuch mit Gepäck zu fahren, Kuhherde auf der Straße

Die erste Nacht in unserem neuen Zelt, mit unseren neuen (gebrauchten) Isomatten und neuen (gebrauchten) Schlafsäcken war ganz gemütlich gewesen 🙂 Und wir wurden wieder von der warmen Sonne geweckt. In Deutschland war es am Tag unserer Abfahrt schon ganz schön kühl gewesen. Und nun konnten wir in Tshirts herumlaufen. Weiterlesen

Unsere Reiseausstattung

Hier wollen wir einfach mal auflisten, was wir alles so dabei haben:

2 gebrauchte Fahrräder von Wuppercraft – zwei Fahrräder aus unserer bergischen Heimat 😉 Besonders die Kombination aus Nabenschaltung mit Kettenschaltung ist einfach wunderbar. Wenn man einmal zu einen hohen Gang beim Anfahren von einem Berg hat, kann man ganz einfach stehend die Nabenschaltung betätigen und gleich in den kleinsten Gang schalten. 🙂

ein gebrauchter Weehoo Fahrradanhänger, womit die Kinder richtig mittreten können (er ist super klasse und wenn mitgetreten wird eine super Entlastung besonders bei Bergen)

Und ein einfacher Fahrradkindersitz für hinten über den Gepäckträger

 

 

 

 

 

2 gebrauchte Daunenschlafsäcke für Erwachsene: sie sind super warm und dafür recht klein zusammengepackt

2 gebrauchte Daunenschlafsäcke für Kinder (wir hätten nur einen gebraucht, weil Mayla immer bei mir im Schlafsack schläft)

2  gebrauchte selbstaufblasere Therm A Rest Isomatten für Erwachsene, ca. 3cm dick – ebenfalls sehr kleines Packmaß

1 gebrauchte selbstaufblasbare Nordisk Isomatte für Kinder

8 Satteltaschen entweder von Ortlieb, Vaude oder auch zwei von Dynamics (Dynamics sind unpraktischer zu befestigen)

ein Zelt, dass für seine Größe und für einen recht günstigen Preis (wir haben es für 200 euro gefunden), trotzdem noch sehr leicht ist und das Wärme total super innen behält: http://www.husky-onlinestore.de/zelte/felen-2-3-red.html

ein Campingkochset bestehend aus 3 Töpfen und 3 Tellern und sogar einer Teekanne

ein Feuerkocher, der total klein zusammen zu packen ist (es hat sich herausgestellt, dass kochen damit etwas aufwendiger ist und haben dann den nächsten Gaskocher, den wir finden konnten, gekauft – leider ist dieser sehr groß und sperrig

ein Erste Hilfe Set

eine Solar-Powerbank, die wirklich sehr hilfreich ist

und natürlich unsere Kulturtasche, ein paar Klamotten, einen Laptop, Videokamera, Handys…….